Schatz, gehst du Brötchen holen?


Direkt zu den Karten

Es gibt Wege, über die denkt niemand nach. Der zur Bäckerei ist so einer: Jacke an, Schlüssel, los. Fünf Minuten später liegt die warme Tüte auf dem Frühstückstisch.

Genau diese Selbstverständlichkeit wollten wir uns genauer anschauen. Also haben wir mobi.mapr gefragt: Wie weit ist es in Deutschland zum nächsten Brötchen – und womit ist man am schnellsten dort?

Die Karte zeigt Deutschland im Umweltverbund. An Stellen, wo das Brot sehr kross ist (Dunkelbraun) ist die Erreichbarkeit in unter 15 Minuten gegeben. Je heller die Karte, desto schwieriger ist es eine Backstube zu erreichen. Schau bei dir vor Ort nach, wie die Erreichbarkeit aussieht!

Kurz gesagt: Lauf doch einfach

Die Antwort fällt erfreulich aus. Fast überall in Deutschland ist die Bäckerei gut erreichbar. Und fast überall ist man zu Fuß, mit dem Rad oder mit Bus und Bahn schneller dort als mit dem Auto.

Vergleicht man in der Mobilitätsqualitäts-Ansicht Städte miteinander sieht man gut, wie stark der Umweltverbund in diesen Regionen abschneidet. In dem folgenden Video sieht man die Region Stuttgart, zunächst nur mit dem Umweltverbund, zuletzt nur mit dem PKW. Der Unterschied ist immens.

Der Kontrast kommt unter anderem daher, dass die Wege so kurz sind, dass die Zuschläge für den PKW (z.B. fürs Parken) den Weg komplett überschatten.

Unter zehn Minuten zum Brötchen

Der Blick auf die Bundesländer zeigt, wie gut das funktioniert: In allen Top-10-Ländern liegt die durchschnittliche Mobilitätszeit zur Bäckerei mit dem Umweltverbund unter zehn Minuten.

Vorne liegen die Stadtstaaten: Berlin (4,7 min), Bremen (4,8 min) und Hamburg (5,5 min). Spannender ist, was dahinter kommt. Mit Nordrhein-Westfalen (6,8 min), Baden-Württemberg (7,1 min) und Sachsen (7,3 min) folgen große Flächenländer fast auf Stadtniveau. Auch das Saarland, Hessen, Bayern und Niedersachsen bleiben unter zehn Minuten.

Bayern verdient einen zweiten Blick: Trotz großer ländlicher Räume liegt der Umweltverbund dort flächig vorn. Viele kleine Betriebe halten die Backstube im Ort – und damit in Fuß- und Radweite.

Nur in wenigen Regionen, etwa auf dem Land in Mecklenburg-Vorpommern oder in der Eiffel in Rheinland-Pfalz, ist das Auto stärker. Gerade dort zeigt die Karte, wie viel ein gutes Radnetz oder das E-Bike bewegen könnte.

Also: Brötchen holen, zu Fuß

Natürlich lässt sich die Mobilität eines Landes nicht an der Brötchentüte ablesen. Ein bisschen verrät sie aber doch: Für die meisten Menschen in Deutschland liegt das Frühstück näher, als der Autoschlüssel am Haken vermuten lässt.

Wer also am Samstagmorgen noch überlegt, ob sich das Auto lohnt: Bis es aus der Einfahrt ist, ist die Nachbarin mit dem Rad schon zurück. Und die paar Schritte an der frischen Luft rechnen wir großzügig gegen das zweite Croissant.

Wie ist es bei dir? Schau selbst in die Karte – und weitere Analysen findest du in unserem Blog.